aus Puno am Titicacasee in Peru schicke ich Euch herzliche Gruesse. Zur Eurer Demonstration gegen den Irak-Krieg am kommenden Montag wuensche ich Euch eine rege Beteiligung.
Wie bei Euch in Deutschland finden auch hier in Peru überall Demonstrationen statt, als Symbol für den Frieden hängen an vielen Häusern weisse Fahnen, an den Wänden zahlreicher Häuser sieht man Parolen gegen den Krieg und in den Kirchen wird für den Frieden gebetet. In Cusco haben Peruaner mit vielen ausländischen Mitbürgern und Touristen gemeinsam gegen den Krieg demonstriert. Sogar in Miraflores, einen der modernsten und reichsten Stadtteile Limas, findet jeden Freitag eine Demonstration statt.
Wir haben hier noch keinen getroffen, der auch nur einen Funken Verständnis fuer die Politik der USA gezeigt hat. In den peruanischen Medien wird sehr ausfuehrlich über den Krieg berichtet, was von den hier empfangenen US-Medien überhaupt nicht gesagt werden kann. Bei den US-Medien tauchen irakische Opfer überhaupt nicht auf, selbst von Protesten gegen den Krieg sieht man nichts.
Auch hier in Peru spürt man die Folgen des Krieges, die Benzinpreise sind sehr stark gestiegen und damit droht auch an ein Anstieg der Fahrpreise, womit dann wieder die Armen die Rechnung bezahlen muessen. Leider ist dies auch hier kein Einzelfall sondern eher die Regel.
Oft schon ungefragt erzählen uns fremde Leute, wie unzufrieden sie mit der Regierung in Lima sind. Auch hier versucht die Regierung durch Privatisierung an Geld zu kommen.
Sie entwickelt dabei sehr viel Phantasie und sehr oft kommt es im Rahmen der Privatisierung auch zu sehr dubiosen Geschaeften. Sogar die Privatisierung von Machu Pichu, der vielleicht wichtigsten Sehenswuerdigkeit in ganz Lateinamerika, soll zur Diskussion stehen.
Stellt Euch das einmal für Fulda vor. Der Fuldaer Dom wird privatisiert und vielleicht von einem US-amerikanischen Konzern - vielleicht von Disneyland - übernommen. Ihr seht, eigentlich gibt es überall nur die gleichen Themen.
Viele Gruesse aus Puno
Walter Hastler