Neulich, anscheinend völlig ohne Grund,
lief mir doch zu ein fremder Hund.
Saß vor einem Busch in meinem Garten
und schien dort grad` auf mich zu warten.
Er kam gleich zu mir hergerannt,
spontan hab ich ihn Bush genannt.
Jetzt hab ich also einen Hund, 'nen kleinen.
Rasse? Straßenköter will ich meinen.
Bush hat 'nen treuen Hundeblick
und zeigt beim Toben viel Geschick.
Ich nahm ihn mit hinein ins Haus
und schon war#s mit dem Frieden aus
Es dauerte überhaupt nicht lange,
da wurde mir vor Bush recht bange.
Er knurrt nich sehr bedrohlich an,
wenn er, was er will, nicht kriegen kann.
In seinem Wesen ist er gemein,
das sollte er als Hund nicht sein,
ist angriffslustig, muss stets raufen,
setzt in meiner Stube Stinkehaufen.
Sein Appetit ist riesengroß,
woher kommt dieser Hunger bloß?
Er pinkelt mir auch oft ans Bein,
dann sage ich: "Bush, lass das mal sein!"
Treibt er's zu toll, so schimpfe ich:
"Kusch Bush!" - Es stört ihn nich'.
Und will er nicht aufhören
mit lautem Gekläffe mich zu stören,
werd ich energisch: "Husch husch,
ab ins Körbchen mit dir, Bush!"
Er erlaubt sich schlimme Dinger,
ich reich ihm die Hand, er beißt den Finger.
Ist gierig, hinterhältiggg, hat Übermut,
das tut dem Hausfrieden nicht gut,
und mich packt langsam Riesenwut.
Ins Tierheim werde ich ihn bringen,
zur Sicherheit in Gitter zwingen.
Er hat mit Bush wirklich kein' Zweck:
ich schaff ihn ab und er ist weg,
so kehrt wohl wieder ein
Ruhe und Frieden in mein Heim.
Auf einem Hügel an einem Baum gelehnt,
Blick ins Tal, in der Sonne sitzen.
Nur Blätterrauschen, nur Vogelsang hören.
Nur Schönheit sehen.
Nur Wärme fühlen
Und zwischen zwei Atemzügen glauben:
Es ist Frieden auf Erden.